Vom Glück der Vielfalt

Manchmal vergessen wir es. Unser größtes Glück.

Zum Beispiel, wenn wir jemand anderen unbedingt gefallen wollen. Weil er doch genau dieses Lächeln besitzt, das uns um den Verstand bringt. Weil unsere Hormone hüpfen, wenn er den Raum betritt. Und es überall, aber vor allem in unserem Bauch so herrlich kribbelt, wenn er uns nur flüchtig berührt.

Nur er bemerkt von all dem gar nichts. Weil wir nicht die sind, die seine Sinne zum Kribbeln bringt. Oder vielleicht doch? Irgendwann?

Wenn ja, dann ist es genau die Geschichte, die ich erzählt bekommen möchte (vor allem, wenn sie für einen von euch in einem weißen Kleid endet)! Wenn nein, dann gibt es da diese beruhigende Gewissheit der Vielfalt.

Diese immerwährende Fülle verschiedener Arten und Formen, in denen sich wiederum immer wieder Neues manifestiert.

Mit anderen Worten: Was dem einen nicht gefällt …

Dann war diese eine besondere Begegnung für euch eben nur eine kleine Hürde. Vielleicht ein um Aufmerksamkeit heischender Stolperstein. Oder eine wertvolle Lehre auf eurem ganz eigenen Weg durchs Leben.

Ja, die Vielfalt kann nicht nur erstaunlich bunt, sondern auch verwirrend sein. Mal seit ihr berauscht von der Fülle des Universums, mal enttäuscht von seiner für euch bisher tristen Palette der Verschiedenartigkeit. Doch wenn ihr trotz aller Hürden plötzlich wieder den Reichtum in der Vielgestaltigkeit erkennst (also, ihr trefft einen tollen Typ, der euch genauso toll findet und

sogar vor euch niederkniet), dann ist das die andere Geschichte, die ich unbedingt erzählt bekommen möchte!

Denn beide Geschichten enden mit eurem Glück!

Dank der Vielfalt gibt es also die kurzen Begegnungen, die schnell entflammen (Strohfeuer lassen wir mal außen vor), aber auch die kleinen Funken, die beharrlich glühen, bis sie auflodern und ihre Flammen das Feuer ewig schürt.

Und genau aus diesem Grund gibt es kurze und längere Geschichten aufzuschreiben.

Mal verpacke ich sie in einer kurzen modernen Erzählung (wie „Der Hinweis“ aus meinem Kurzgeschichtenband „Das Herz“), oder in einem 9-seitigen Märchen „alter Schule“. Wie „Die Geschichte von Juli und Peter – oder der Knoten“, die die beiden mir bei Kaffee und Kuchen an einem tränenreichen Nachmittag erzählten.

Und wie steht es um die Autorin selbst?

Die freut sich, wenn sie die Nachrichten über ihr Kontaktformular abruft und ihr ein Unbekannter schreibt: „Sehr hübsches Foto von dir, Kompliment! Leider bin ich ein klein wenig zu jung und dazu noch ein schlechter Tänzer. Trotzdem viel Erfolg …“

Ich sage: Dank sei der Vielfalt!

Bis bald!

Eure Simone

SAM Wolf