Mein Logbuch

Warum es an der Zeit ist, einen Blog zu schreiben ...

Foto: T. Paris

... ganz einfach: ich bin meinem Herzen gefolgt.

Und seither passieren die aufregendsten, lustigsten und überwältigsten Dinge ... jeden Tag ... direkt vor meiner Nase. Geschichten entstehen. In meinem Kopf. Mit euch.

Und bleiben. Auf Bildern, auf Papier und in meinen Gedanken.

Und da ich manchmal gar nicht so schnell schreiben kann, wie ich euch und euren spannenden Geschichten begegne, möchte ich allen, die wissen, dass Märchen jeden Tag aufs Neue passieren, hier die Gelegenheit geben, ein wenig mitzulesen ...

oder mir von ihrem eigenen Märchen zu erzählen!

Ich freue mich auf euch!

Alice und ich - oder einmal Wunderland und zurück

Zuallererst:

In diesem Blog geht es nicht um mein neues Projekt Märchen & Meditation wie zuletzt angekündigt.

Mehr als sieben Monate sind seitdem vergangen. Und auch wenn ich diese Zahl rückblickend sehr bezeichnend finde (immerhin wollte ich mit euch und Zwergen durch Täler wandern, um uns mit Riesen auf Gipfel zu schwingen …), entschuldige ich mich für die lange Zeit des Schweigens.

Es hätten ja auch bloß sieben Wochen oder sieben Tage sein können.

Immerhin habe ich in den letzten Monaten meiner Angstwolke dabei zugesehen, wie sie immer kleiner wird und fröhlich, wie eine Sternschnuppe über den Himmel zieht

(wie angekündigt; wenn auch allein statt mit euch zusammen). Aber nun bin ich bereit, euch an den daraus entstandenen Geschichten teilhaben zu lassen.

Wann mir das klar wurde? Dieser Blog handelt davon …

Ihr kennt das vielleicht. Ihr steht vor einem Bücherregal (zu Hause, in einer Bibliothek oder in einer Bücherei), um ein bestimmtes Buch in die Finger zu bekommen. Und dann fällt euch ein ganz anderes ins Auge. Vielleicht ist der Einband bunter. Oder besonders alt. Oder besonders dick.

Ihr greift zu. Und wie ihr es so in den Händen haltet, nehmt ihr den Titel erst so richtig war.

In meinem Fall war es „Alice im Wunderland“. ...

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Von einer die auszog ... und wieder zurückkehrte

Gleich vorweg:

Ich habe nicht das Fürchten gelernt, wie es im gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm geschrieben steht.

Während der junge Mann im Märchen sich nicht fürchten kann und daher nicht versteht, was Furcht bedeutet, weiß ich das nur zu gut. Und damit meine ich nicht den Bammel vor der zu groß geratenen Spinne, die vor dem nasskalten Wetter der letzten Tage in meine Wohnung flüchtete und sich gerade in die Ecke meines Büros kuschelt.

Ich meine die Angst vor Veränderung. Das Bangen, vor dem nächsten großen Schritt. Den kurzen Moment gefühlter Lähmung, bevor wir wieder ein Stückchen über uns selbst hinauswachsen.

Der Vater im Märchen macht sich um seinen Sohn Sorgen, da er es für eine wichtige Lebensgrundlage hält zu wissen, was Angst ist.

Ich halte es mit der Angst genauso. Mit ihr ließ ich alles zurück und wagte den großen Schritt in den hohen Norden. Und jetzt nehme ich sie, zusammen mit einem riesigen Schatz wundervoller Erfahrungen, wieder mit zurück.

Denn mit der gewissen Portion Bammel machen wir alles viel bewusster.

Zum Beispiel sich mit einer Profikamera in eine hundert Mann starke Hochzeitsgesellschaft stürzen und lächelnd Befehle erteilen wie: „Rück mal näher an deinen Schatz, sooo, genau … und jetzt alle Mann Köpfe zusammen uuuund … CHEESE!!!“

So erfuhr ich jede Menge über die Hochzeitsfotografie ...

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Vom Glück der Vielfalt

Manchmal vergessen wir es. Unser größtes Glück.

Zum Beispiel, wenn wir jemand anderen unbedingt gefallen wollen. Weil er doch genau dieses Lächeln besitzt, das uns um den Verstand bringt. Weil unsere Hormone hüpfen, wenn er den Raum betritt. Und es überall, aber vor allem in unserem Bauch so herrlich kribbelt, wenn er uns nur flüchtig berührt.

Nur er bemerkt von all dem gar nichts. Weil wir nicht die sind, die seine Sinne zum Kribbeln bringt. Oder vielleicht doch? Irgendwann?

Wenn ja, dann ist es genau die Geschichte, die ich erzählt bekommen möchte (vor allem, wenn sie für einen von euch in einem weißen Kleid endet)! Wenn nein, dann gibt es da diese beruhigende Gewissheit der Vielfalt.

Diese immerwährende Fülle verschiedener Arten und Formen, in denen sich wiederum immer wieder Neues manifestiert.

Mit anderen Worten: Was dem einen nicht gefällt …

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"Und wie sieht MEIN Märchen aus?"

Berechtigte Frage.

Die ich heute nicht zum ersten Mal gestellt bekam.

Und selbstverständlich weiß ich, dass es im Grunde darum geht, wie viel bedrucktes Papier ihr erhaltet und wie meine Worte darauf klingen werden.

Aber es gibt nur eine Antwort:

„Alles hängt von eurer Geschichte ab.“

Auf diese Entgegnung ernte ich in der Regel Schweigen. Aus gutem Grund. Denn für die meisten ist ihr besonderer Moment mit einem Satz abgetan. Doch ich weiß auch, dass sich dahinter ein ganzer Roman verstecken kann. Und so fordere ich als Nächstes auf, mir zu erzählen, an welche Gefühle, Gerüche, Geräusche ihr euch noch erinnern könnt.

In diesem Augenblick geschieht das Wundervolle: Ihr taucht in eure Geschichte ein.

Ein Pärchen zum Beispiel sitzt wieder bei seinem ersten Date im Kino. An den Filmtitel kann er sich noch erinnern. Aber nicht, um was es in dem Film eigentlich geht. Dafür weiß er aber noch genau, wie weich sich ihre Hand anfühlt. Und dass er sie auch im Badezimmer nicht loslässt, als das ranzige Popcorn wieder nach oben drängt …

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"Jetzt malt sie auch noch!"

Tatsächlich male ich schon viel länger, als dass ich schreibe.

Still vor mich hinzumalen, während der Regen gegen die Scheiben prasselt und meine Mutter ein Schnitzel in der Pfanne brutzeln lässt, sind meine frühesten Erinnerungen daran, etwas für mich zu zaubern.

Dieses Kribbeln, wenn ich dem weißen Blatt Papier ein Geheimnis entlocke, den Kreidestift dazu bringe, den

fantastischen Welten meines Kopfes Gestalt zu geben … Ganz so wie beim Schreiben (aber das erkannte ich erst viele Jahre später).

Als Erstes erkannte ich, dass ich Menschen, ihre Gesichter, ganz anders betrachtete und malte, wie meine Altersgenossen. Es passierte im Religionsunterricht der fünften Klasse. Wir sollten zu einer Geschichte aus der Bibel ein Bild malen. Ich entschied mich für Jesus und seine Jünger (also sehr viele Menschen) während andere spitze Berge und brennende Büsche bevorzugten. Für Mut und Ausführung erntete ich von allen Seiten Lob. Immerhin hatte ich Jesus und seinen Anhängern realistische Augen und Nasen verpasst (und nicht nur Kurven im Profil).

Angespornt von soviel Anerkennung, entdeckte ich mein Faible für Portraits. Und ich malte sie ...

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Warum der Jacob warten musste ...

Eine gute Idee will reifen. Wie ein gutes Buch.

Mitte Juli 2015 begann ich mit dem Skript zu „Der kopflose Jacob“ und schickte Silvia Franz auf ihre erste heimatliche Mission.

Es war der 24. Dezember, ich hatte etwa die Hälfte ihres Abenteuers auf Papier festgehalten und überprüfte gerade den Reifegrad, als plötzlich eine Idee auf meinen Notizblock hüpfte. Mit einem frechen Grinsen machte sie sich breit und tanzte vor meiner Nase herum. Natürlich machte sie gemeinsame Sache mit einem Mann.

Dass sie aber schneller reifte und mehr Platz einnahm, als die nächsten zehn Seiten meines „Jacobs“, hat nur einer geahnt: natürlich, der Mann!

Und so gelangte ich in den Norden, hin zu meinem Leuchtturm und direkt weiter zur nächsten Idee:

Anders schreiben, für andere schreiben,

Deine Geschichte für Dich aufschreiben.

Und so reifte die neue Idee von "persönlichen Kurzgeschichten im Einmachglas", hin zu Märchen für euch, Lesungen mit euch und Meditationen für uns alle. Und das heißt: ...

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Leuchtturm gefunden!

Der 20. August 2012 ... ich schreibe von einem Leuchtturm, den ich gar nicht kenne. Von einem jungen Mann, der sich in das Ölgemälde von eben diesem Turm verliebt. Der dieser Liebe nicht nachgibt, geizt, leidet und irgendwann nach einem echten Leuchtturm sucht. Er findet ihn zwar, verliert sich aber in ihm. Für ihn führt kein Weg mehr hinaus. Das Innere des Turms ist leer. Und der junge Mann kann die Leere nicht füllen. Seine Liebe galt bloß einem Gemälde.

Der 31. Mai 2016 ... es kribbelt in meinem Nacken, als ich vor "meinem" Leuchtturm stehe. Sein Weiß und Rot leuchten mir entgegen, als hätten wir beide auf diesen Moment schon lange gewartet. Schweigend betrete ich seine steinernen Stufen ...

 

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